Istanbul Brücke

Die wichtigste Brücke in Istanbul



Die Galata Brücke von Istanbul ist auch als schwimmender Boulevard bekannt. Sie ist über dem Goldenen Horn und eine wichtige Verkehrsader und doch auch etwas mehr. Sie ist gleichzeitig ein Aussichtspunkt, sie bietet einen Basar und auch eine Flaniermeile.

Diese Brücke ist eine sehr wichtige Brücke, immerhin verbindet sie den alten Teil von Istanbul mit dem neuen Statteil Galata, daher auch der Name. Diese Brücke ist ganz besonders, denn sie bringt zwei Welten zusammen. Sie ist aber fast schon eine eigene Welt für sich. Hier kann man sich über Stunden aufhalten, auch wenn der Weg zur anderen Seite im Grunde nur 10 Minuten dauert. Man kann aber hier und da schauen, entweder genießt man den tollen Ausblick oder man sieht hier und da etwas von den Händlern, was einem fasziniert. Sogar Angler stehen auf der Brücke und gehen ihrem Hobby nach. Man trifft auf Schuhputzer, ebenso auf Wahrsager, man kann lachen und plaudern und das auf zwei Stockwerken.

Ja, es sind zwei Stockwerke, unten kann man Kaffee trinken, man kann etwas Essen gehen und mehr. Aber oben tobt das pure Leben, Autos, Straßenbahnen, Passanten, Händler und mehr. Kaum vorstellbar, aber hier entstanden sogar Bestseller, denn es gibt gleich mehrere Menschen, die sich über Wochen und Monate nur auf der Brücke aufgehalten haben und darüber Bücher geschrieben haben.

Die Geschichte der Brücke ist sehr interessant, denn Leonardo da Vinci hatte im Jahre 1503 einen Brief mit einer Zeichnung der Brücke an Bayezid geschickt, weil dieser eine Brücke bauen lassen wollte. Da Vinci war bereit, die Brücke, so hoch wie einen Bogen, zu bauen. Aber es kam nicht zu seinem Bau, sein Brief wurde auch erst im Jahre 1952 wiedergefunden. Das Schreiben war wohl gar nicht beim Sultan angekommen, der damals einen Baumeister nach dem anderen einlud, auch Michelangelo Buonarroti war dabei. Er jedoch ließ sich von der religiösen Seite abhalten. Es war auch so, dass Befürchtungen aufkamen, dass die beiden Seiten nicht harmonisieren würden. Dort ie Moscheen und dort die christlichen Gotteshäuser.

Erst im 19 Jahrhundert kam die erste Brücke zustande, gebaut von Abdümecid, der die Stadthälften verbinden wollte, um als Sultan auch reisen zu können. Er wollte in den Westen ziehen und mit einer Brücke ginge dies wohl am besten, so seine Mutter. 1845 begannen die Arbeiten für die Brücke und kaum zu glauben, aber schon im selben Jahr war diese fertig. Mit dem Fortschritt war man mit der Brücke aber unzufrieden und so musste schon im Jahre 1863 eine neue Brücke her, eine die stabiler und breiter war. Eine, die mehr aushalten konnte. Somit entstand im Jahre 1875 die erste Stahlbrücke. Schon damals und noch heute ist der hohe Bogen von Leonardo nicht durchgesetzt worden und daher versperrt die Brücke den Wasserweg für große Schiffe, außer sie ist geöffnet. Und natürlich ist dementsprechend das Goldene Horn abgeschnitten.

Die Brücke hat eine lange Geschichte zu erzählen, so musste man damals schon bei der ersten Brücke zahlen, wenn man sie passieren wollte. Brückenzoll hieß dies und auch Fußgänger mussten zahlen. Das war natürlich nicht jedem recht und es kam zu viel Ärger, auch zu richtigen Prügeleien. Man sprach damals davon, dass dies nötig sei, weil man schließlich in eine ganz andere Welt eintreten durfte. So war ja schon am Abend klar, wo es besser zuging. Während Istanbul in den Sonnenuntergang fiel, war auf der anderen Seite alles hell erleuchtet. Die Brücke verband Orient und Okzident und doch kamen sich die Einwohner nicht wirklich näher. Mit der Wende in das 20.Jahrhundert sollte die Brücke natürlich noch einmal erneuert werden. Dieses Mal sollten vor allem viele Spuren für den Verkehr erbaut werden und man wollte eine zweistöckige Konstruktion.

1912 wurde die Galata-Brücke fertig gestellt und hieß auch so. Sie war stolze 42 Meter breit, hatte drei getrennte Fahrbahnen und trotzdem noch ausladende Bürgersteige. Im oberen Stockwerk konnte der Verkehr seinen Lauf nehmen und unten gab es dann den puren Orient für die Fußgänger und Besucher. Dies mit Basaren, Teestuben und mehr. 1992 war diese Brücke so beliebt, wie nie zuvor. Sie wurde immer mehr zu einer Kulisse in Kriminalromanen und tauchte auch immer mal wieder in den Schlagzeilen auf, wegen Mord, wegen Selbstmord und anderen Geschichten.

Auch hier hatten sich die Zeiten wieder geändert und Fachleuten viel auf, dass die Brücke sich viel zu sehr bewegte. Sie schob und hob sich, sie senkte sich. Das darf so nicht sein und genau deshalb musste wieder eine neue Brücke her, eine noch bessere, dieses Mal gebaut von einer deutschen Firma, nämlich Thyssen. Diese neue Brücke muss es mit der Geschichte einer sehr alten 80 jährigen Brücke aufnehmen und wieder für die gleiche Atmosphäre sorgen. Lange hat es gedauert, aber allmählich ist es fast so wie früher. Im Jahr 2002 war das Untergeschoss fertig, Angler waren da schon wieder zu Genüge da, auch der Verkehr floss. Aber nun konnte auch das Untergeschoss wieder vollständig genutzt werden und sich einen Namen machen. Mit der neuen Konstruktion darf man wohl schon jetzt davon ausgehen, dass die Brücke über 80 Jahre alt werden wird. Und dass sie sich auch einen guten Namen machen kann.